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Kritik an Montessori

Kritik an der Montessori-Pädagogik

1. Wenn die Kinder immer nur mit dem Spielzeug (Montessori Material) spielen, werden Sie im Leben nie ohne Hilfsmaterial auskommen!

Die Kinder spielen nicht mit dem Material - sie arbeiten damit. Selbst kleinen Kindern ist der Unterschied zwischen einfachem Spielen und der Arbeit mit Montessori-Material bewusst. Geht man in eine Montessori-Schule und fragt dort ein Kind, was es gerade spielt, wird es direkt antworten: "Ich spiele nicht, ich arbeite". Somit ist Kindern der Wert ihres Handelns sehr wohl bewusst.

Dass Montessori-Material kein Spielzeug ist, lässt sich schon optisch belegen. Vergleicht man einmal das Montessori-Material mit einem aktuellen Spielzeug aus dem Spielwarenladen. Beobachtet man Kinder bei der Beschäftigung mit beidem, stellt man schnell ein ganz anderes Verhalten der Kinder fest. Der Umgang mit Montessori-Material ist viel zielgerichteter und ohne Gewinndruck.

Kinder kommen sehr wohl im späteren Leben ohne Montessori-Material aus. Ein ganz einfacher Beleg dafür ist, dass wohl jeder Grundschüler anfänglich die Finger zum Rechnen und Zählen benutzt hat. Letztlich ist das Montessori-Material nichts anderes als die Finger, eine visuelle und greifbare Lernhilfe. Würde die Aussage stimmen, müssten wohl heute in jedem Büro Leute sitzen, die ihr Gehalt an den Fingern abzählen (übrigens eine lustige Vorstellung).

2. Wenn sich das Kind immer selbst aussuchen kann, was es lernen will, dann wird es doch bestimmt die schwierigeren Inhalte immer vermeiden und dann auch nur das lernen, was ihm Spaß macht...

Die freie Wahl der Arbeit ist ein grundlegender Stein der Montessori-Pädagogik:
Jedes Material ist in der Klasse oder im Material-Raum nur einmal vorhanden. Ist ein Montessori-Material besetzt, muß das Kind auf ein anderes Material ausweichen. Somit erfolgt ein automatischer Wechsel der verschiedenen Materialien.

Maria Montessori beschreibt die freie Wahl nicht als: einfach tun was Spaß macht, sonder als überlegtes Handeln des Kindes. Einem Kind ist die Verantwortung der freien Wahl durchaus bewußt. Dadurch fällt die Entscheidung des Kindes unter Abwägung verschiedener Gesichtspunkte, darunter auch: was ist gut für mich.
Auch muss man bedenken, dass Kinder die Montessori gewöhnt sind, ein anderes Verhalten an den Tag legen. Sie suchen die Herausforderung und haben keine Angst vor Neuem.

Ein Montessori-Material, dass vollständig vom Kind beherrscht wird, übt kaum noch Anreize aus. Kinder nehmen sich dann selbständig schwierigerer Materialien an.

Die Kinder sind mit ihrer freien Wahl nicht alleine. Erzieher und Lehrer unterstützen die Kinder bei der Auswahl des richtigen Materials.

Natürlich gibt es einen kleinen Teil Kinder, die den Weg des geringsten Widerstands gehen. Dann greifen Pädagogen, z.B. mit einer Auswahl an geeigneten Montessori-Materialien ein. Somit kann das Kind nur noch aus einem Teil der Materialien wählen und ist gezwungen eines der vorausgewählten Materialien zu nutzen.

3. Kinder aus Montessori-Schulen haben es beim Übertritt in eine andere Schule schwieriger als Kinder aus einer Regelschule, weil Montessori-Kinder keine Noten kennen.

Ja Montessori-Kinder kennen keine Noten. Das sagt aber nichts über den Lernwillen aus. Montessori-Kinder sind motivierter und freuen sich darauf, dass Ihre Leistung im Vergleich zu anderen Schülern gemessen wird.

Zum Fortgang nach der vierten Klasse erhalten die Eltern eine sehr detailierte Empfehlung der Montessori-Pädagogen für die weitere Schullaufbahn ihrer Kinder. Diese ist erheblich aussagekräftige als jede Schulnote.

Montessori-Kinder haben es in weiterführenden Schulen, wie z.B. im Gymnasium erheblich einfacher, da sie gewohnt sind, Sachverhalte selbst zu erarbeiten. Diese Fähigkeit ist Grundvoraussetzung für Gymnasien und Universitäten.

Kinder aus Montessori-Schulen müssen für Realschulen und Gymnasien einen Aufnahmetest machen. In der Regel bestehen sie diesen und sind somit definitiv für diese Schulart geeignet. Es nützt nichts, aus der Regelschule mit Noten zu kommen und keinen Test machen zu müssen, wenn das Kind dann mit den Anforderungen der neuen Schule nicht klar kommt.

4. Das Mischen von Jahrgängen unterfordert die einen und überfordert die anderen.

In Klassen mit Jahrgangsmischung lernen die Kleineren mit Hilfe der Größeren. Die größeren Kinder lernen Rücksicht und soziale Kompetenz.
Nachdem letztlich jedes Kind selbst entscheiden kann, mit welchem Montessori-Material es arbeitet, ist die Gefahr einer Über- bzw. Unterforderung nicht gegeben.
Die kleineren Kinder lernen dabei bei den Größeren um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen.

5. In Montessori-Schulen gibt es keine Hausaufgaben, so kann kein Kind lernen.

Ja, in vielen Montessori-Schulen gibt es keine Hausaufgaben – und?

Die Kinder beschäftigen sich während des Schulalltags viel intensiver mit der Materie, als Kinder in Regelschulen. Deshalb sind Hausaufgaben weitestgehend unnötig. Hausaufgaben aus der Regelschule haben keinen greifbaren Charakter. Häufig ist es ein stures Rechnen oder Aufschreiben. Maximal handelt es sich dabei um eine Reproduktion von bereits gelerntem Wissen.
Zum Teil haben die Kinder Projekte, die zu Hause erarbeitet werden und dann in der Schule vorgetragen werden. Das ist zwar keine Hausaufgabe im herkömmlichen Sinn, fördert aber die Beschäftigung mit einem gezielten Themenbereich.
Dazu ein Zitat von Claus Dieter Kaul (Institut für ganzheitliches Lernen) aus einem Vortrag:
Ich kann den Schülern doch keine Hausaufgaben aufgeben. Die Schüler räumen mir dann das ganze Klassenzimmer aus und jeder nimmt ein anderes Montessori-Material mit.

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